28. September 2026

Von Edward Cullen und Fingervibratoren: Der Anfang meiner BDSM-Reise

Um dir zu erzählen, wie ich 2018 das erste Mal so richtig mit BDSM in Berührung gekommen bin, müssen wir einige Jahre zurückspulen und die Entwicklung meiner Sexualität mit einbeziehen, beides hing nämlich schon immer eng zusammen:

Mit der „Bis(s)“-Reihe aka „Twilight“ hat 2007 alles angefangen: Edward Cullen war mein erster Bookboyfriend und wird für immer einen Platz in meinem 11-jährigen Herzen haben. Heute weiß ich, dass das offensichtliche Machtgefälle zwischen Bella und Edward mir ein gutes Gefühl gegeben und meinen Macht-und Unterwerfungs-Kink aktiviert hat – und dass ich deshalb allein den ersten Teil viermal im Kino gesehen habe (ja, Edward hat es mir wirklich angetan. Poster im Kinderzimmer, Sticker und Handy-Hintergründe inklusive).

Twilight war mein erster BDSM-Porno.

Anschließend habe ich angefangen, Bücher mit sehr expliziten Inhalten zu lesen (also wirklich sehr explizit). Vielleicht sagt dir Christine Feehan etwas; ihre Bücher habe ich damals gefressen und natürlich war ich auch in jeden ihrer Male Main Character schockverliebt. Die besitzergreifenden russischen Agenten Ilja Prakenskij („Gesang des Meeres“) und Aleksandr Volkov („Zauber der Wellen“) haben es mir besonders angetan. Möglicherweise schaue ich auch heute noch hin und wieder in die Bücher rein und re-reade gewisse Szenen… iykyk.

Foto von Gülfer ERGİN auf Unsplash

Fun fact: Eine Schulfreundin von mir hat mir mal vorgeworfen, dass ich nur wegen meiner Bücher so einen hohen Anspruch an Männer habe. Und ganz ehrlich… Damals war ich beleidigt, weil ich mich nicht ernstgenommen gefühlt habe, heute würde ich ihr eingeschränkt Recht geben. Dazu komme ich aber in einem anderen Beitrag nochmal (stay tuned).

Ob es nun an den Büchern oder an meinen Mitschülern lag: Die Jungs in der Schule fand ich fast alle langweilig oder habe sie als „zu weich“ empfunden. Dazu muss ich sagen, dass ich auf einer katholischen Mädchenschule war und dass wir erst in der 10. Klasse mit der Jungenschule nebenan gemischt wurden. Deshalb habe ich bis dahin v.a. ältere Mitschüler gesehen und die fand ich damals viel interessanter als Jungs in meinem Alter. Auch in meinen Fantasien waren meine Partner schon immer älter als ich.

Mir war relativ schnell klar, dass ich etwas anderes suche als meine Freundinnen, ich konnte es aber nicht benennen, ohne den Bezug zu den Büchern herzustellen – und das rief dann vor allem Augenrollen bei anderen hervor. Trotzdem hat es mich beschäftigt, dass viele früher einen Freund hatten als ich, ich wollte aber auch nicht einfach nur mit jemandem zusammen sein, um eine Beziehung zu haben.

Mit 17 war es dann „endlich“ soweit und ich habe meinen ersten Freund kennengelernt: Er war vier Jahre älter als ich und hat schon studiert, während ich noch Abitur gemacht habe, was mir das Gefühl gegeben hat, unterlegen zu sein – und (as we already know) das war genau das, was ich zu dem Zeitpunkt wollte. Mit 17 weiß man noch nicht genau, was man braucht und will, vor allem wenn es um die erste Beziehung geht. Wir waren also auf vielen Ebenen kein Match, z.B. auch nicht, was die Sexualität anging.

Anschließend habe ich angefangen, Bücher mit sehr expliziten Inhalten zu lesen (also wirklich sehr explizit). Vielleicht sagt dir Christine Feehan etwas; ihre Bücher habe ich damals gefressen und natürlich war ich auch in jeden ihrer Male Main Character schockverliebt. Die besitzergreifenden russischen Agenten Ilja Prakenskij („Gesang des Meeres“) und Aleksandr Volkov („Zauber der Wellen“) haben es mir besonders angetan. Möglicherweise schaue ich auch heute noch hin und wieder in die Bücher rein und re-reade gewisse Szenen… iykyk.

Fun fact: Eine Schulfreundin von mir hat mir mal vorgeworfen, dass ich nur wegen meiner Bücher so einen hohen Anspruch an Männer habe. Und ganz ehrlich… Damals war ich beleidigt, weil ich mich nicht ernstgenommen gefühlt habe, heute würde ich ihr eingeschränkt Recht geben. Dazu komme ich aber in einem anderen Beitrag nochmal (stay tuned).

Foto von Gülfer ERGİN auf Unsplash

Ob es nun an den Büchern oder an meinen Mitschülern lag: Die Jungs in der Schule fand ich fast alle langweilig oder habe sie als „zu weich“ empfunden. Dazu muss ich sagen, dass ich auf einer katholischen Mädchenschule war und dass wir erst in der 10. Klasse mit der Jungenschule nebenan gemischt wurden. Deshalb habe ich bis dahin v.a. ältere Mitschüler gesehen und die fand ich damals viel interessanter als Jungs in meinem Alter. Auch in meinen Fantasien waren meine Partner schon immer älter als ich.

Mir war relativ schnell klar, dass ich etwas anderes suche als meine Freundinnen, ich konnte es aber nicht benennen, ohne den Bezug zu den Büchern herzustellen – und das rief dann vor allem Augenrollen bei anderen hervor.

Trotzdem hat es mich beschäftigt, dass viele früher einen Freund hatten als ich, ich wollte aber auch nicht einfach nur mit jemandem zusammen sein, um eine Beziehung zu haben.

Mit 17 war es dann „endlich“ soweit und ich habe meinen ersten Freund kennengelernt: Er war vier Jahre älter als ich und hat schon studiert, während ich noch Abitur gemacht habe, was mir das Gefühl gegeben hat, unterlegen zu sein – und (as we already know) das war genau das, was ich zu dem Zeitpunkt wollte. Mit 17 weiß man noch nicht genau, was man braucht und will, vor allem wenn es um die erste Beziehung geht. Wir waren also auf vielen Ebenen kein Match, z.B. auch nicht, was die Sexualität anging.

Ich war ein Jahr lang mit jemandem zusammen, mit dem ich keinen Sex hatte.

Foto von Kristina Flour auf Unsplash

Ich habe schlicht keine sexuelle Anziehung gespürt und immer, wenn er einen Annäherungsversuch gemacht hat, abgeblockt. Heute bin ich stolz auf die damalige Lea, dass sie nicht mitgemacht hat, einfach nur, um ihm einen Gefallen zu tun.

In dieser Zeit kam übrigens auch „50 Shades of Grey“ raus und – guess what – Christian Grey ist mein nächster Edward Cullen geworden (auch, wenn ich die Geschichte heute aus BDSM-Sicht sehr kritisch sehe). Die Bücher waren zwar nicht gut, aber der Inhalt hat mich extrem angesprochen und mir weitere Hinweise darauf gegeben, was ich eigentlich will; sehr zum Nachteil für meinen Freund, denn er und Christian Grey hatten logischerweise rein gar nichts gemeinsam.

Ich will das nochmal betonen, weil es dir vielleicht ähnlich geht: Ich hatte nie die Erwartung, eine Person zu treffen, die so war, wie die MMCs in den Büchern. Ich wollte jemanden, der dieselben Gefühle und dieselbe Erregung in mir hervorruft. Die Bücher haben mir gezeigt, welches Level an Erregung möglich ist und ich wollte jemanden, der das „in echt“ in mir auslöst.

Foto von Andrea Farao auf Unsplash

Meinen Freund hat es natürlich beschäftigt, dass ich keinen Sex mit ihm wollte und als er gefragt hat, ob ich glaube, dass sich das irgendwann ändert, habe ich verneint. Ich wusste, dass er mir nie das Gefühl geben können wird, das meine Bücher mir gegeben haben – auch, wenn ich unbedingt endlich Sex haben wollte, schließlich hatte ich durchs Lesen eine Idee davon, wie es sich anfühlen könnte. Deshalb haben wir uns kurz nachdem SoG als Film rauskam, getrennt.

Zum Glück habe ich damals schon stark auf mein Bauchgefühl und darauf vertraut, dass die Gefühle, die ich habe, nicht einfach nur fiktiv sind, sondern dass ich sie ernstnehmen und ihnen nachgehen muss (weil warum sollten wir etwas unter den Teppich kehren, was sich gut anfühlt??).

Meine zweite Beziehung hat nur drei Monate gedauert und war eher ein Kontrastprogramm zu meinem ersten Freund. Die beiden hätten unterschiedlicher nicht sein können, trotzdem hatte ich auch mit dem zweiten Freund keinen Sex. Auch mit ihm lag es nicht daran, dass ich nicht grundsätzlich wollte. Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt und ich wollte es nicht machen, einfach nur um es zu machen. Hier merkt man übrigens schon, dass Partnersuche sich schwieriger gestalten kann, wenn man nicht nur jemanden sucht, mit dem man persönlich matcht, sondern der auch noch auf BDSM-Ebene passen muss.

Kurze Zeit nach dieser Trennung habe ich schließlich jemanden kennengelernt, mit dem ich länger zusammen war. Ich habe ihn als Partner ernstgenommen, er hat mich nicht gedrängt und mir ein gutes Gefühl gegeben.

Meinen Freund hat es natürlich beschäftigt, dass ich keinen Sex mit ihm wollte und als er gefragt hat, ob ich glaube, dass sich das irgendwann ändert, habe ich verneint. Ich wusste, dass er mir nie das Gefühl geben können wird, das meine Bücher mir gegeben haben – auch, wenn ich unbedingt endlich Sex haben wollte, schließlich hatte ich durchs Lesen eine Idee davon, wie es sich anfühlen könnte. Deshalb haben wir uns kurz nachdem SoG als Film rauskam, getrennt.

Zum Glück habe ich damals schon stark auf mein Bauchgefühl und darauf vertraut, dass die Gefühle, die ich habe, nicht einfach nur fiktiv sind, sondern dass ich sie ernstnehmen und ihnen nachgehen muss (weil warum sollten wir etwas unter den Teppich kehren, was sich gut anfühlt??).

 

Meine zweite Beziehung hat nur drei Monate gedauert und war eher ein Kontrastprogramm zu meinem ersten Freund. Die beiden hätten unterschiedlicher nicht sein können, trotzdem hatte ich auch mit dem zweiten Freund keinen Sex. Auch mit ihm lag es nicht daran, dass ich nicht grundsätzlich wollte. Es hat sich einfach nicht richtig angefühlt und ich wollte es nicht machen, einfach nur um es zu machen. Hier merkt man übrigens schon, dass Partnersuche sich schwieriger gestalten kann, wenn man nicht nur jemanden sucht, mit dem man persönlich matcht, sondern der auch noch auf BDSM-Ebene passen muss.

Kurze Zeit nach dieser Trennung habe ich schließlich jemanden kennengelernt, mit dem ich länger zusammen war. Ich habe ihn als Partner ernstgenommen, er hat mich nicht gedrängt und mir ein gutes Gefühl gegeben.

Finally (mit 21) hatte ich dann mein erstes Mal und – guess what – es hat nicht die Erregungsstürme ausgelöst, die ich beim Lesen hatte.

Zu dieser Zeit habe ich die Pille genommen und auch, wenn ich das Gefühl hatte, eine Hürde überwunden und das nächste Level meiner Sexualität freigeschaltet zu haben, hatte ich trotzdem kaum Lust auf Sex. Meine Libido war praktisch nicht vorhanden und es lief darauf hinaus, dass ich auch mit diesem Partner oft abgeblockt habe, weil ich schlicht keine Lust hatte. Irgendwann habe ich mir meine ersten Sextoys bestellt (kleine Mini-Vibratoren, die man sich auf die Finger stecken konnte), denn wenn ich Lust hatte, wollte ich experimentieren. Bei der Bestellung habe ich mich wie eine durchtriebene Femme Fatale gefühlt 😉

Über Fingervibratoren

Falls du neu im Sextoy-Game und neugierig bist: Fingervibratoren eignen sich gut für den Anfang, weil man damit sehr einfach und sehr unauffällig spielen kann. Der Vibrationsmotor ist natürlich nicht vergleichbar mit einem „richtigen“ Vibrator, es gibt aber einen guten Eindruck davon, wie sich Vibration anfühlt. Man steckt sie auf einen Finger und macht so jede Berührung zu einem prickelnden Erlebnis 😉

Foto von IFONNX Toys auf Unsplash

Bücher habe ich natürlich weiterhin gelesen und auch die Erregung dabei ist unverändert geblieben. Es musste also irgendwo mehr zu entdecken geben…

Ich habe mir immer gedacht… Wenn ein BUCH es schafft, diese Erregung in mir auszulösen, dann MUSS es doch möglich sein, das auch in echt zu erleben.

Was es alles zu entdecken gab und wie das konkret aussehen könnte, wusste ich allerdings damals noch nicht – bis ich die Pille abgesetzt habe.

Und jetzt bin ich gespannt auf DEINE Geschichte: Wie hat sich deine Sexualität entwickelt? Wie bist du zu BDSM gekommen? Hängt die Entwicklung auch mit deiner Sexualität zusammen oder war es bei dir ganz anders? Erzähl es mir per DM auf Instagram (@kinkbetweenpages) oder per E-Mail an kontakt@kinkandconnect.de und zeig anderen Frauen, dass es kein „normal“ gibt, wenn es um Sexualität geht 🙂